Kunst tanzen, Musik malen

Seit gut einem Jahr herrscht in der bunten Welt der Kunst und Kultur erdrückende Dunkelheit – keine Shows, kein Publikum, kein Austausch und keine Inspiration. Ob in diesem Jahr überhaupt wieder größere Veranstaltungen mit Zuschauern möglich sind, bleibt fraglich. Insbesondere Künstler, Musiker, Schauspieler und sonstige Kreative und Kulturschaffende wurden automatisch unverschuldet zu den Verlierern der Corona-Krise. Kaum auszudenken, was uns gerade an Kunst und Kultur flöten geht und welches Loch diese anhaltende Lockdown-Zeit hinterlassen wird. Diesen Zustand möchte die Öffentliche Versicherung Braunschweig, die sich seit vielen Jahren auch bewusst für die Region einsetzt und insbesondere die Kunst-und Kulturszene unterstützt, nicht tatenlos hinnehmen, sondern aktiv und Hand in Hand mit Kulturschaffenden zusammenarbeiten. So hat die Öffentliche Anfang Februar gemeinsam mit der Kommunikationsagentur eventives das interdisziplinäre Projekt The Art Of ins Leben gerufen und neun freischaffende regionale Künstlerinnen und Künstler verschiedenster Genres ausgewählt, um miteinander in kreativen Austausch zu treten und neue digitale Räume für gemeinsame Arbeit zu schaffen. Online wird der Fortschritt des gesamten Projekts und der künstlerischen Arbeiten videografisch auf Facebook, Instagram und der Landingpage begleitet. Auch SUBWAY wird stets das Schaffen der Teilnehmenden beobachten und über die Fortschritte berichten. 

Neue Blickwinkel einnehmen

„Für uns sind Kunst und Kultur systemrelevant – sie sind die Basis für unser soziales und kulturelles Zusammenleben“, beschreibt Friederike Kühn von der Öffentlichen ihre Motivation für das Projekt. Seit Monaten ohne Veranstaltungen und im Home-Office fehlt es so sehr an gegenseitigem Austausch, Inspiration und Miteinander. „Wir brauchen den Perspektivwechsel aktuell dringender denn je“, ergänzt Friederike, „einfach mal in eine andere Richtung blicken und Neues entdecken – das wollen wir auch mit THE ART OF erreichen.“

Um auch für die Künstler gänzlich neue Blickwinkel zu schaffen, haben die Initiatoren des Projekts neun Kreativschaffende aus ganz unterschiedlichen Nischen der Kunst ausgewählt und werden sie bis Ende April foto- und videografisch begleiten, ihre Arbeiten präsentieren und teilen sowie mit einer Gage finanziell unterstützen. Mit dabei sind Billy Ray Schlag und Tiana Kruskic von der feministischen Funk-Band Kleopetrol, „Pinky Ponko“-Creator und Grafiker Philip Pohl, die freiberufliche Schauspielerin und Theaterpädagogin Kathrin Reinhardt, das freche Musik-Duo Molly Basta aus Maike Jacobs und und Henry Bertram, die freie Künstlerin, Malerin und Autorin Roberta Bergmann, die beiden Brüder und Tanztalente Tomy und Rakto von tom2rock, der neugierige Saxofonkünstler Alexander Hartmann, die junge Pop-Art-Malerin Anna Lipski sowie der bekannte Braunschweiger DJ Evolution. „Diese Auswahl haben wir in einer kleinen Jury getroffen – möglichst vielfältig, sodass eine schöne bunte Mischung entstehen kann“, erklärt Friederike, die bei der Öffentlichen für das Kunst- und Kultursponsoring zuständig ist.

Natürlich gibt es in Braunschweig und der Region weitaus mehr als neun solo-selbstständige Künstler, die von der Corona-Krise betroffen sind. „Wir mussten uns entscheiden zwischen dem Gießkannenprinzip und einem punktuellen Engagement. Letzteres deckt zwar nicht alle ab, die in Braunschweig aktiv sind und dennoch können wir viele supporten – obwohl es natürlich alle verdient hätten“, meint Friederike. Schließlich wurden über die neun Teilnehmer hinaus viele weitere Kreativschaffende in das Projekt mit eingebunden. „Das ist auch Teil des ganzen Konzepts: Wir wollen die gesamte Branche zeigen und die Aufmerksamkeit auch darauf richten, was hinter den Kulissen und hinter der Kamera passiert und wer alles daran teilhat: Die Kommunikationsagentur eventives, die Foto- und Videografen von christo.cc, die Moderatorin Jennifer Haacke, die durch das Projekt führt, die Redakteure, die darüber berichten – da steckt so vieles dahinter!“, beschreibt die motivierte Kunstliebhaberin Friederike begeistert.

Freundschaftlichen Austausch ermöglichen

THE ART OF ist aufgegliedert in drei Phasen – die erste Phase ging mit der Bekanntgabe des künstlerischen Mottos, an dem sich das Schaffen der Kreativen orientiert, bereits an den Start. Seit Anfang Februar dreht sich nun alles um das Thema „Friendship“: „Das Oberthema passt gut zu der Grundidee des Projekts: Zusammenkommen, miteinander in den Austausch treten, gemeinsam etwas erleben und umsetzen“, so die Projektleiterin Friederike. Nun haben die Künstlerinnen und Künstler Zeit, sich einzeln mit dem Thema auseinanderzusetzen und kreativ zu werden – wie möchten sie das Motto umsetzen? Welcher Ansatz könnte verfolgt werden? Wie könnte das am Ende klingen, sich anfühlen oder aussehen? „Nach einer gewissen Zeit werden wir die bisherigen Arbeiten unter den Künstlern verteilen – das kann die eigene Arbeit inspirieren, muss es aber nicht“, erklärt Friederike. „Das Konzept bleibt den gesamten Zeitraum über ganz frei und offen. Wir wissen selbst nicht, was passiert!“, freut sich Friederike.

Nach dem Input durch die anderen Teilnehmer wird weiter am Projekt gearbeitet, bis in der dritten Phase voraussichtlich Ende April die fertigen Arbeiten präsentiert werden. Der gesamte Schaffensprozess kann von zu Hause aus über die Social-Media-Kanäle der Öffentlichen und ihrer Partner begleitet und kommentiert werden. „Ob wir am Ende neun einzelne Kunstwerke bekommen oder ein großes Gesamtwerk – wer weiß?“, meint Friederike. Möglicherweise tun sich die Künstler zusammen oder es bilden sich neue Gruppen, die mit spannenden Cross-over-Ideen ganz frische künstlerische Formen bilden. Schlussendlich bietet das Projekt THE ART OF allen Beteiligten die Möglichkeit, mit anderen und fremden Künsten in Verbindung zu kommen, Neues zu wagen, Musik zu malen und Kunst zu tanzen und vielleicht einfach neue Freundschaften zu knüpfen.

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